Gluten

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Nora Kircher

 

 

Medizinische Erklärung

Der Dünndarm mit seinen Zotten
Der 3 - 4 m lange Dünndarm hat einen Durchmesser von etwa 3 cm und befindet sich zwischen Magen und Dickdarm. Der obere Bereich wird Zwölffingerdarm genannt und ist so lang wie 12 Finger breit sind, also etwa 30 cm. An seinem Ende sind die ersten 1 cm langen Kerckring-Falten, die sich im gesamten Dünndarm befinden und am Ende weniger werden. An der Oberfläche dieser Falten sind zur Oberflächenvergrößerung 1 mm lange, fingerförmige Zotten, welche wiederum zelloberflächenvergrößernde Strukturen haben.

Würde man einen gesunden Dünndarm ausbreiten, wäre er, dank der Oberflächenvergrößerung, so groß wie ein Sportplatz.

Die Zotten mit ihren Strukturen haben die Aufgabe den Speisen die wichtigen Mineralien und Vitamine zu entnehmen, um sie im Körper mit Hilfe des Blut - und Lymphsystems zu verteilen.

Abgeflachte Zotten würden, je nachdem wie stark sie abgeflacht sind, das Feld erheblich verkleinern. So kann man sich gut vorstellen, dass eine ausreichende Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist.

Bei Zöliakie- und Spruekranken sind diese Zotten durch das Essen von glutenhaltigen Speisen abgeflacht. Die Speisen passieren „unverdaut“ den Dünndarm. Dem Körper gehen so die lebenswichtigen Mineralien, Vitamine, Spurenelemente, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate verloren. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum, treten Mangelerscheinungen auf.

 Mangelerscheinungen und häufigste Symptome bei Zöliakie/Sprue

·      Untergewicht (selten Normalgewicht)

·      aufgeblähter Bauch durch Gasbildung

·      extreme Blähungen und Bauchkrämpfe

·      dünne Extremitäten (Arme und Beine)

·      Durchfall, fettig glänzend, hell, stinkend und vermehrt (Steatorrhoe)

·      selten Verstopfung oder normaler Stuhl

·      Müdigkeit, Nervosität, Depressionen, Missmut, Weinerlichkeit

·      Übelkeit, Erbrechen, Appetitmangel

·      Wachstumsstörungen (Gelerntes wird vergessen) bei Kindern und Jugendlichen

·      B - Vitamine Mangelerscheinungen (vor allem B12)

·      Blutarmut (Eisenmangelanämie)

·      anfallartig krampfende Hände (Tetanie) durch Calziummangel im Blut (Hypocalzämie)

·      Knochenschmerzen

·      Knochenschwund (Osteoporose)

·      Belastungsschmerzen an den Muskelansätzen der Wirbelsäule, Armen und Beinen (Osteomalazie)

·      entzündete, geschwollene Zunge (Glossitis), später an den Zahnabdrücken seitlich an der Zunge zu erkennen

·      schlaffe, fahle, teigige Haut

·      schlaffe Muskulatur

·      Schmelzdefekte an den Zähnen (Karies)

·      Neigung zu blauen Flecken (Hämatomneigung)

·      Abwehrschwäche mit der Folge häufiger Erkrankungen

 

Lebensmittelkunde 

Was ist Gluten

Gluten (gesprochen: Glutéen, also die 2. Silbe betonen) ist ein Klebereiweiß, und Bestandteil von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern, Kamut und Einkorn.
Genauer gesagt: Die Proteine (Eiweiß) der oben genannten Getreidesorten können in wasserlösliche und -unlösliche eingeteilt werden. Die wichtigsten sind die unlöslichen Proteine, genannt Gluten, was wiederum in Glutenine und Prolamine eingeteilt wird. Schädlich für Zöliakie/Spruekranke sind die Prolamine: Gliadine, Hordeine und Avenin. Das Prolamin des Weizens und Roggens wird Gliadin genannt. Bei Gerste ist es Hordein und bei Hafer Avenin. Zu Vereinfachung wird nur von Gluten gesprochen.
Gluten eignet sich hervorragend als Emulgator, Stabilisator und Kleber. Es ist bei der Weizenstärkeherstellung ein „Abfallprodukt“. Weizenstärke wird in großer Menge benötigt, so dass Gluten preiswert ist.
Da Gluten schon in geringer Menge große Wirkung hat, wird es gerne verwendet, muss aber nicht immer deklariert werden.
Wie versteckt Gluten enthalten sein kann, sei hier an dem Beispiel Joghurt dargestellt: Emulgatoren verbinden Flüssigkeit und Fett. Ohne Emulgator trennt sich die Flüssigkeit von der Joghurtmasse. Das bedeutet, dass sich nach einigen Tagen die Flüssigkeit des Joghurt oben absetzt. Soll das nicht geschehen, muss ein Emulgator zugesetzt werden.
Da es noch andere Emulgatoren gibt, müssen deshalb aber nicht automatisch alle Joghurtsorten Gluten enthalten. Dasselbe gilt für Geschmacksverstärker, Aromen und Medikamente, denn diese enthalten teilweise ebenfalls Gluten.
Viele Lebensmittel, z. B. Wurst, Magerkäse, Fertiggerichte und Konserven enthalten Gluten in geringen Mengen als Bestandteil eines Zusatzstoffs, ohne dass dafür eine Deklarationspflicht besteht. Gluten bindet auch hier Fett und Flüssigkeit oder ist einfach nur Träger.

 Rezepte 

Lasagne
Die Auswahl an glutenfreier Lasagne ist nur klein. Verwenden Sie statt der „Nudelplatten“ einfach Spaghetti – schmeckt genauso gut.

2 Gläser geschälte Tomaten, je 720 g (Naturata)
2 EL Olivenöl
1 Dose Kokoscreme, 400g
2 – 3 Zwiebeln

250 g Spaghetti
Salz
Oregano

Käse zum Überbacken 

Die Zwiebeln in grobe Stücke schneiden und zusammen mit den Tomaten 3 – 4 Stunden, bei so geringer Hitze wie möglich, kochen. Legen Sie ein paar Topflappen auf den Deckel, so sparen Sie Strom.
Das Öl und die Kokoscreme unterrühren und mit Salz und Oregano abschmecken. Die Tomatensoße wird dann abwechselnd mit den Spaghetti in einer Auflaufform geschichtet. Dabei die Spaghetti ein- bis zweischichtig verteilen. Die Auflaufform dann in den Ofen stellen und bei 160°C Heißluft etwa 40 bis 60 Minuten garen. Zum Schluss den Käse auf der Lasagne verteilen und hellbraun backen lassen.

 Tomatenpizza
Teig:

300 g Reismehl
3 g Guarkernmehl
10 g Trockenhefe
etwa 200 ml Wasser
3 EL Olivenöl
1 TL Salz

Belag:
3 EL Tomatenmark
2 Tomaten
4 - 6 große Scheiben Gouda oder Edamer
1 EL Basilikum
1 TL Kräutersalz 

Mehl, Guarkernmehl, Hefe, Salz, Wasser und Olivenöl zu einem Teig verarbeiten und 1 Stunde an einem warmen Ort aufgehen lassen.
Den Teig in einer Kuchenspringform ausbreiten und mit Tomatenmark bestreichen. Die Tomaten in Scheiben schneiden, auf der Pizza verteilen und mit Käse bedecken. Mit Kräutersalz und Basilikum bestreuen und in den kalten Backofen stellen. Den Backofen nach 15 Minuten auf 200°C stellen und 20 Minuten backen.
Natürlich läßt sich diese Pizza nach Belieben mit anderen Zutaten, z.B. Pilzen, Salami usw., belegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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