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Nora Kircher

 

Buchauszug:

Nora Kircher

Waschnüsse & Co
Waschmittel die man pflücken kann


Nora Kircher
Vorwort
Anfang der 1960ziger, ich war noch ein kleines Kind, waren wir in Griechenland im Urlaub. Wir hatten bei der ersten Reise eine Bauernfamilie kennen gelernt, die wir wieder besuchten. Als Gastgeschenk brachten wir Waschmittel mit. Mich haben die Lebensverhältnisse der Menschen dort sehr beeindruckt - am intensivsten in Erinnerung, ist mir allerdings die Freude der Frauen, über den Schaum und die "Waschkraft" des Waschmittels geblieben. Sie wuschen ihre Wäsche auf einem Waschbrett und bügelten sie mit einem Bügeleisen, das sie mit glühender Kohle oder Holz befüllten.
Seither befasse ich mich immer mal wieder mit dem Thema Seife und Waschmittel. Um meine Neugierde zu stillen, habe ich in meinem Leben vieles ausprobiert, beispielsweise Käse und Wurst hergestellt, Salben selber gerührt oder Körbe geflochten. Das Herstellen von Seife werde ich aber nicht ausprobieren, denn bei der Herstellung hat man, unter anderem, mit Ätznatron zu tun. Wie der Name schon sagt, ist der Umgang damit nicht ungefährlich. aber das unangenehmste ist, dass Rückstände in der Seife bleiben können, die dann die Seife gefährlich machen. Eine ältere Dame aus unserem Bekanntenkreis erzählte mir, in ihrer Kindheit habe ihre Mutter Seife selbst hergestellt. Einmal wären nach der Wäsche die Wollsocken weg gewesen. Sie hatten sich aufgelöst - es war nicht die "Strümpfe fressende Waschmaschine", sondern das in der Seife verbliebene Ätznatron!
Die Tatsache, dass das Herstellen von Seife und Waschmitteln nicht gerade umweltfreundlich und ungefährlich ist, bestärkt mich im Benutzen der Waschnüsse, auch wenn scheinbar nicht immer alles "porentief" rein und "steril" wird.
Auch wenn die Waschnüsse in unserem Haushalt integriert sind, habe ich den Teil über sie in diesem Buch nicht geschrieben, sondern mein Mitautor, der Mitarbeiter der Firma Govinda-Versand, Alexander DePaiva.
Ein paar der von mir beschriebenen "pflückbaren Waschmittel", habe ich bei der Arbeit am Buch entdeckt und ausprobiert, doch die meisten verwenden wir schon viele Jahre, denn wir legen großen Wert auf ein umweltfreundliches und gesundes Leben.

Zusätze beim Wäschewaschen

Farbechtheit der Wäsche
Waschnüsse greifen die Farben kaum an, dennoch kann es sinnvoll sein Farben beim Waschen aufzufrischen oder zu erhalten.

Essig
Am besten geeignet, und eine traditionelle Methode, ist die Zugabe von einem Schuss Apfelessig im Waschwasser. Die genaue Menge richtet sich nach der Stoff- oder Kleidungsmenge in der Waschmaschine. Meistens genügen aber schon zwei bis drei Esslöffel. Am besten ist es, Sie geben eine kleine Apfelessigmenge auch in den letzten Spülgang, wobei allerdings die Wäsche nach Essig riecht, was meistens unerwünscht ist.

Natron / Soda (NaHCO3)
Natron wird auch Soda, Natriumhydrogenkarbonat, Natriumbicarbonicum, Natriumbicarbonat, Speisesoda- oder natron oder Natrium genannt. Das ist nicht Ätznatron oder Natronlauge.
Sie bekommen Natron in Apotheken, Drogerien oder entsprechenden Abteilungen in Lebensmittelmärkten. Dort wird es vor allem als "Kaiser Natron" angeboten. In der beiliegenden Information werden Sie noch weitere nützliche Tipps finden. Geben Sie zu den Waschnußhälften ein bis drei Esslöffel Natron direkt in die Waschmaschine. Sehr verschmutzte Wäsche wird noch sauberer und dunkle Farben bleiben besser erhalten.


Wäscheweiß und Flecken
Weiße Wäsche wird, auch bei 95°C, nach ein paar Wäschen mit Waschnüssen nicht mehr strahlend weiß und insbesondere weiße Gardinen, sehen vergilbt nicht mehr schön aus. Ich habe viele Hinweise in alten Büchern gefunden - einige haben wir getestet.

Natriumpercarbonat
Natriumpercarbonat wird als "Fleckensalz" oder "Bleichzusatz und Fleckensalz" bei Versendern, und in Geschäften, die Waschnüsse verkaufen, angeboten. Es ist die beste Möglichkeit Weißwäsche zu bleichen und hartnäckige Flecken zu entfernen. Wenn die Buntwäsche "farbecht" ist, kann es bei starker Verschmutzung ebenfalls zugefügt werden, wobei in diesem Fall Soda (beispielsweise Kaiser Natron) möglicherweise besser ist. Füllen Sie zusätzlich zu den Waschnüssen, ein bis zwei Esslöffel Natriumpercarbonat in das Fach für den Hauptwaschgang.


Nora Kircher
Waschmittel, die man pflücken kann von A - Z

Nicht nur Waschnüsse sind zum Waschen geeignet. Einige der Tipps kennen sie wahrscheinlich - sicher werden Sie aber über das eine oder andere "Waschmittel" staunen. Probieren Sie ein paar aus, und kombinieren Sie die "Waschmittel" gegebenenfalls mit den Waschnüssen.

Apfelessig
Apfelessig wird, wie der Name schon sagt, aus Äpfeln hergestellt. Schon sehr lange wird Essig - vor allem Apfelessig - zum Reinigen besonders schmutziger Sachen verwendet. Er ist preiswert und sparsam. Einziger Nachteil ist der Geruch, den nicht alle mögen. Sie sollten sich also beim Arbeiten mit purem Apfelessig besser Handschuhe anziehen. Da Apfelessig 5 bis 6% Säure enthält, kann er außerdem die Haut zu sehr reizen.

Handwäsche
Wäsche die Sie per Hand waschen müssen, wie Seide oder Wolle, müssen Sie mehrfach nachspülen um die Saponine der Waschnuss zu entfernen. Neutralisieren Sie die Saponine mit ein paar Spritzern Apfelessig im ersten Spülgang, Sie sparen dann einen Spülgang und frischen die Farben auf.
Schweißflecken in Wäsche
Besprühen Sie die Stellen mit einem Gemisch aus Apfelessig und Wasser. Lassen Sie es eine Stunde einweichen und spülen Sie mit Wasser nach und geben Sie das Kleidungsstück in die normale Wäsche.
Spülschwamm
Schmutzige oder schlecht riechende Spülschwämme lassen sich gut ausspülen, wenn sie eine Weile in Apfelessigwasser gelegen haben.
Aschenbecher
Manchmal reicht normales Abspülen nicht aus um den Rauchgeruch aus Aschenbechern zu bekommen. Befüllen Sie ihn für eine kurze Zeit mit einem Gemisch aus Wasser und Apfelessig.
Toilettenbecken
Kalkränder, Urinstein und Schmutz in Toilettenbecken lassen sich ausgezeichnet mit Apfelessig entfernen. Verwenden Sie Essig pur statt chemischen Toilettenreinigern. Bei hartnäckiger Verschmutzung, das Wasser aus dem Becken entfernen, ein Küchenkrepp einlegen und dieses großzügig mit Essig befeuchten. Nach einigen Stunden auswischen.
Ist der Siphon verschmutzt, so viel Wasser wie möglich abschröpfen und mit Apfelessig ausfüllen. Nach einigen Stunden mit der Toilettenbürste nachreinigen.
Fenster
Viele Hausfrauen schwören auf das Fensterputzen mit Apfelessig. Dafür kommt ein kräftiger Schuss ins Spülwasser. Nachgerieben wird mit einer zerknüllten Zeitung. Tatsächlich sind die Fenster danach streifenfrei.


Efeublätter
Efeu wächst im Wald, an Mauern und an Häuserwänden. Die Blätter lassen sich ganz leicht von den Zweigen abstreifen. Kocht man sie aus, entsteht ein weiches, seifiges Wasser mit leichter Grünfärbung.

Seide
Seide wird wie neu, wenn Sie in ausgekochten Efeublättern gewaschen wird. Nachspülen können Sie zusätzlich mit etwas Apfelessig im Spülwasser.
Bei meinem Versuch hat eine "Doppelhand" Efeublätter für eine Bluse ausgereicht.
Ich habe die Blätter in einem halben Liter Wasser gekocht, die Blätter entnommen, mit zwei Litern kaltem Wasser aufgefüllt und die Bluse darin gewaschen.
Wolle, Kaschmir, Alpaka, Mohair
Alle empfindlichen "Wollstoffe" aus Naturmaterialien müssen mit schonendem Waschmittel und gleichmäßiger lauwarmer Temperatur per Hand gewaschen werden. Sie dürfen außerdem nicht geschleudert werden und vertragen natürlich keinen Wäschetrockner. Waschnüsse sind ideal für diese empfindlichen  Materialien, aber auch Efeublättersud reinigt sanft und gut.
Kochen Sie ein paar Blätter aus, sieben Sie die Blätter aus und verdünnen den Sud mit kaltem Wasser. Weichen Sie das Kleidungsstück für eine Stunde ein, bevor Sie es waschen. Mit ein paar Spritzern Apfelessig im Spülwasser frischen Sie die Farbe auf.


Rosskastanien
Eigentlich sollten Rosskastanien den Wildtieren als Futter und den Kindern als Spielzeug dienen. Zum Waschen von Wäsche sind sie allerdings beinahe genauso gut geeignet wie Waschnüsse. Leider macht die Vorbereitung eine Menge Arbeit. Unser Waschergebnis konnte sich aber durchaus sehen lassen.

Waschmittel
Zum Herstellen eines "Waschpulvers" aus Rosskastanien müssen die braunen Schalen entfernt werden. Das geht am besten, wenn sie direkt nach der Ernte und Befreiung der äußeren, stacheligen Schale, entfernt werden.
Schneiden oder hacken Sie die geschälten Rosskastanien in kleine Stücke und legen Sie sie zum Trocknen an einem warmen Ort. Selbst normale Zimmertemperatur reicht schon aus. Wenn die Stücke knackig trocken sind, müssen sie in einer Mühle, beispielsweise Kaffeemühle, gemahlen oder in einem großen Mörser zerrieben werden. Ich habe es in einer elektrischen Kaffeemühle mit Messern gemacht.
Wenn die Rosskastanien etwas eingetrocknet sind, werden sie halbiert, der weiße Anteil ist dann geschrumpft und lässt sich herauslösen. Zerkleinern Sie die noch weichen Stücke mit dem Pürierstab (Zauberstab) oder Messer und trocknen Sie sie bei Raumtemperatur. Ein paar Tage später können sie in einer elektrischen Kaffeemühle pulverisiert werden. Bei weichem Wasser benötigen Sie etwa 100 Gramm Rosskastanienmehl für eine Waschmaschinenfüllung ohne Vorwäsche. Allerdings weiß ich nicht, ob es bei häufigem Gebrauch für die Heizstäbe der Maschine gut ist, denn das Pulver löst sich nicht auf und sinkt, wenn die Waschtrommel steht, auf die Heizstäbe nieder. Grobe Rosskastanienstücke in einem Säckchen setzen nicht genügend waschaktive Substanzen frei.
Für die Handwäsche ist das Pulver aus Rosskastanien aber sehr gut geeignet.
 


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