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Nora Kircher

 

Kräutergarten

Buchauszug:

Nora Kircher

Gesundheit aus dem Kräutergarten


Anwendungsmöglichkeiten

Aus Heilkräutern lassen sich verschiedene "Heilmittel" herstellen. Allseits bekannt sind natürlich Tees, aber auch andere Zubereitungen können Sie ohne großen Aufwand selbst herstellen und teilweise sogar bevorraten.

Alkoholische Auszüge, Tinkturen
lassen sich gut bevorraten und sind schnell zur Hand wenn sie nötig sind. Sie sind geeignet für die innere oder äußere Anwendung. Beispielsweise helfen Kamilletinkturen innerlich bei Magenerkrankungen und Arnikatinkturen äußerlich bei Sportverletzungen. Alkohol dafür bekommen Sie in Apotheken, oder verwenden Sie 38%igen Alkohol aus dem Lebensmittelhandel (z.B. Doppelkorn).

Tees oder wäßrige Auszüge
werden getrunken oder für Wickel verwendet. Beispielsweise hilft Kamillentee innerlich bei Magenerkrankungen und gekühlter Arnikatee äußerlich als Wickel bei Sportverletzungen. Für Wickel lassen Sie den Tee abkühlen und legen Sie damit getränkte Waschlappen oder Tücher auf die kranken Körperstellen. Frische Verletzungen - natürlich nur, wenn die nicht offen sind - werden mit möglichst kühlem Wickel behandelt und alte (älter als 2 Tage) Verletzungen oder chronische Gelenk- oder Muskelerkrankungen werden mit Wärme behandelt, wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Probieren Sie es selbst aus, denn es gibt Menschen, denen bekommt Kälte besser als Wärme.

Ölauszüge
Heilöle lassen sich sehr einfach selbst herstellen und ersetzt die aufwendige Salbenherstellung. Hierfür werden getrocknete Kräuter in gutes, kaltgepreßtes Öl (z.B. Olivenöl) eingelegt und nach etwa 14 Tagen ausgesiebt.
Mit Heilölen können Sie massieren, sie einfach nur auftragen oder Ölwickel über Nacht anwenden. Für Ölwickel tränken Sie ein Papiertaschentuch mit Heilöl und legen es auf die erkrankte Stelle. Legen Sie darauf mehrere Taschentuchlagen und umwickeln das Ganze mit einer Bandage.


Die Pflanzen und ihre Anwendung
Von Kopf bis Fuß

Salbei
Salvia
Mund, Hals, Füße

Verwendet werden die frischen und getrockneten Blätter. Salbei wirkt entzündungshemmend, desinfizierend, tötet Bakterien und hemmt die Schweißbildung, deshalb der Hinweis auf die Füße.
Bei Halsschmerzen kochen Sie morgens 1/4 Liter Salbeitee und lassen ihn abkühlen. Mit diesem wäßrigen Auszug gurgeln Sie mehrmals täglich. Ersatzweise können Sie auch Salbeibonbons lutschen oder noch besser, frische Blätter möglichst lange kauen.
Bei Zahnfleischentzündungen können Sie ebenfalls frische Blätter kauen, hier hilft aber auch eine mehrmals täglich durchgeführte Spülung.
Gegen Schweißfüße hilft der regelmäßig über einen längeren Zeitraum getrunkene Tee. Im Februar oder März werden die Samen unter einer Folie oder in der Wohnung vorgezogen und im Mai/Juni ins Freiland gepflanzt. Einige Gärtnereien bieten Jungpflanzen an.
Die Blätter werden kurz vor der Blüte erstmalig im Juni/Juli geerntet. Eine zweite Ernte erfolgt im September/Oktober. Die größeren Blätter werden durch Abstreifen von den Stielen befreit. Die Pflanzen wachsen 4 bis 5 Jahre.
Die Blätter sofort trocknen und trocken aufbewahren oder frisch gegen Erkrankungen im Mund und Rachen kauen.
Eine kleine Menge Salbei sollten Sie immer vorrätig haben. Sollten Sie sie nicht als Heilpflanze benötigen, so würzen Sie doch Fisch und Schaffleisch damit.
Trockene Salbeiblätter kurz vor dem Gebrauch in einem Mörser fein gerieben, erhöhen den Eigengeschmack und erhöhen die Wirksamkeit.


Rezepte und Anwendungen

Tee
    2 TL Salbeiblätter
    1/4 Liter Wasser
Die Salbeiblätter mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
Gegen Fußschweiß täglich 2 Tassen trinken.

Wässriger Auszug
    3 TL Salbeiblätter
    1 Bechertasse Wasser
Die Salbeiblätter mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Gegen Halsschmerzen mit dem erkalteten Auszug mehrmals täglich gurgeln und bei Zahnfleischentzündungen im Mund, ebenfalls mehrmals täglich, damit ausspülen.

Salbei-Bonbons
    100 ml Agavendicksaft (Bioladen, Reformhaus)
    ca. 50 kleingeschnittene Salbeiblätter
    1 gestrichener TL Weinsteinbackpulver
Agavendicksaft ohne Deckel etwa 4 bis 5 Minuten kochen und die Salbeiblätter in den gekochten Agavendicksaft einrühren, Backpulver dazugeben und im Topf etwas erkalten lassen.
Den zähen Bonbonbrei auf ein Backpapier gießen und mit einem Messer die Masse von außen nach innen streichen, bis sie soweit angekühlt ist, dass Sie sie in die Hand nehmen können. Kneten Sie eine fingerdicke Wurst und schneiden Sie Bonbons daraus.


Pfefferminze
Mentha piperita
Galle

Verwendet wird das Kraut.
Pfefferminztee steigert den Gallenabfluß, hilft - statt Verdauungsschnaps - bei Völlegefühl nach einem fetten Essen.
Er wirkt auch gegen Blähungen und Krämpfe nach dem Essen. Bei Übelkeit, Erbrechen und Brechreiz lindert Pfefferminztee die Beschwerden. Allerdings ist er wenig hilfreich bei Reizmagen und Magengeschwüren, in diesem Fall werden die Beschwerden nur verschlimmert.
Wie alle Heilkräuter sollte Pfefferminztee nicht als Dauergetränk dienen. Durch die krampflösende Wirkung ist er bei Menstruationsbeschwerden einen Versuch wert.
Das ätherische Öl hilft, äußerlich angewendet, gegen viele Formen von Kopfschmerzen, leider ist aber keine Selbstherstellung möglich, oft genügt aber schon das Trinken eines Pfefferminztees.
Äußerlich angewendet hat Pfefferminze einen kühlenden Effekt, der bei Wadenwickeln, statt mit purem Wasser angewendet, die Wirkung verlängert.
Verwendet wird sowohl das frische Kraut, das im ganzen Sommer geerntet wird oder das getrocknete, das aber vor der Blüte geerntet werden muß.
Diese mehrjährige Pflanze ist in vielen Gärten zu finden, denn sie ist einfach zu züchten. Bevor Sie Samen kaufen, fragen Sie im Frühjahr in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis ob Sie ein paar Wurzelstücke mit Jungpflanzen haben können. Graben Sie diese ein und Sie werden sehen, auch Sie können bald Pfefferminze ernten.


Rezepte und Anwendungen

Tee
    1 TL Pfefferminzkraut, frisch oder getrocknet
    1 Bechertasse Wasser
Die Blätter mit dem kochenden Wasser übergießen, 10 Minuten stehen lassen und nach dem Durchsieben trinken.
Nach einem fetten Essen und bei Völlegefühl zur Verdauungsanregung 1 Tasse nach dem Essen trinken.
Gegen Übelkeit und Erbrechen langsam schluckweise trinken.
Bei Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden und Erkältungskrankheiten sollten Sie Pfefferminztee ausprobieren, vielleicht lindert er ein wenig.

Brei
    1 EL Pfefferminzkraut, getrocknet
    1-2 EL Wasser
Die Blätter in einem Mörser zerreiben, mit kochendem Wasser übergießen und abkühlen lassen. Diesen Brei auf einem schmal gefalteten Küchentuch verteilen und dieses bei Kopfschmerzen im Liegen auf die Stirn legen.

Wadenwickel
    1 Tasse Pfefferminzkraut, frisch oder getrocknet
    1 Liter Wasser
Die Blätter mit dem kochenden Wasser übergießen, 10 Minuten stehen lassen und nach dem Durchsieben erkalten lassen. Mit dem erkalteten Wasser Wadenwickel bei Fieber durchführen.
 

 


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